Gruppenfoto Stakeholderworkshop Öblarn (Copyright MOOSMOAR Energies OG)

Wie können Gebäude im alpinen Raum künftig besser gegen die Folgen des Klimawandels geschützt werden? Dieser Frage widmet sich das KLAR!-Vorbildprojekt SANAPlanAlp – Sanieren im Kontext von Naturgefahren im alpinen Raum, an dem die KLAR! Pongau gemeinsam mit den KLAR!-Regionen Inneres Salzkammergut und Zukunftsregion Ennstal sowie einem interdisziplinären Expertenteam aktiv mitarbeitet. Ziel ist die Entwicklung einer praxisnahen Toolbox, die Gemeinden, Planer:innen und Bauherr:innen künftig dabei unterstützt, Naturgefahren bereits in der ersten Planungsphase von Sanierungs- und Bauprojekten zu berücksichtigen.

Im Rahmen des Projekts fanden regionale Stakeholder-Workshops in Bischofshofen, Bad Goisern und zuletzt in Öblarn statt. Vertreter:innen von Gemeinden, Behörden, Planungsbüros und Fachinstitutionen brachten dabei ihre Erfahrungen aus der Praxis ein. Die zentrale Botschaft aller Veranstaltungen war eindeutig: Klimawandelbedingte Naturgefahren wie Starkregen, Hochwasser, Hangwasser, Muren, Steinschlag oder Lawinen müssen bereits bei den ersten Überlegungen zu Sanierungen und Bauvorhaben berücksichtigt werden. Nur so lassen sich spätere Mehrkosten, Planungsänderungen und Schäden vermeiden.

Gerade für den Pongau besitzt dieses Thema eine besondere Bedeutung. Die Region ist zunehmend von Extremwetterereignissen betroffen und verfügt gleichzeitig über zahlreiche bestehende Gebäude in alpinen Tallagen, die künftig an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden müssen. Die Beteiligung der KLAR! Pongau sorgt dafür, dass die Erfahrungen und Anforderungen der Salzburger Gemeinden direkt in die Entwicklung der neuen Planungswerkzeuge einfließen.

„Unsere Gemeinden stehen täglich vor der Herausforderung, bestehende Gebäude klimaresilient weiterzuentwickeln. Mit SANAPlanAlp bringen wir die Erfahrungen aus der Praxis ein und helfen mit, Lösungen zu entwickeln, die später allen Gemeinden zugutekommen. Genau diese enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Planung und kommunaler Praxis macht das Projekt so wertvoll“, betont Josef Fanninger, KLAR!-Manager der KLAR! Pongau.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung einer digitalen und praxisorientierten Toolbox mit Leitfäden, Prozesswissen sowie einer übersichtlichen Zusammenstellung relevanter Naturgefahrendaten und Informationsquellen. Damit sollen Gemeinden und Planer:innen künftig rascher erkennen können, welche Risiken bei einem Standort bestehen und welche Maßnahmen bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden sollten. Kostenlose Bausprechtage der Gemeinden sowie bestehende Plattformen wie HORA, GIS-Anwendungen oder der Waldatlas bilden dabei wichtige Grundlagen.

Die Kooperation zeigt beispielhaft, welchen Mehrwert das österreichweite KLAR!-Programm bietet. Regionen arbeiten gemeinsam an innovativen Lösungen für die Klimawandelanpassung und entwickeln Werkzeuge, die weit über die Projektregionen hinaus eingesetzt werden können. Die KLAR! Pongau übernimmt dabei eine aktive Rolle und bringt ihre langjährige Erfahrung im Bereich Naturgefahrenmanagement und kommunale Klimawandelanpassung ein.

Das vom Klima- und Energiefonds geförderte Vorbildprojekt läuft bis April 2027. Gemeinsam mit den Projektpartnern MOOSMOAR Energies OG, GMP Architektur und KAWUMMS Naturgefahrenmanagement werden in den kommenden Monaten die Ergebnisse der Workshops in konkrete Leitfäden und Werkzeuge umgesetzt, die künftig Gemeinden im gesamten Alpenraum unterstützen sollen.